Tschechien

Tschechien könnte bald Sachsens zweitwichtigster Handelspartner sein.

Tschechien gewinnt als Exportland für Sachsen zunehmend an Bedeutung. Erstmals könnte das Nachbarland Großbritannien 2020 auf dem dritten Platz ablösen, schätzt die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft. Damit rückt der Nachbar Sachsen einen Platz weiter nach oben in der Rangliste der wichtigsten Export-Zielländer. Grund ist vor allem der starke Exportrückgang nach Großbritannien. Vor allem Autos, Maschinen und Metallprodukte verkauft Sachsen in das Nachbarland. Zwar gingen die Exporte zwischen Januar und September um sechs Prozent zurück - allerdings weniger stark als die gesamten Ausfuhren (-14 Prozent). 2019 wurden Waren im Wert von mehr als zwei Milliarden Euro nach Tschechien exportiert - 40 Milliarden Euro waren es insgesamt. Hingegen sind die Exporte nach Großbritannien deutlich eingebrochen - in den ersten neun Monaten des Jahres um 21 Prozent. Ende Dezember läuft die Übergangsphase aus – und die zukünftigen Handelsbeziehungen der EU mit dem Königreich waren bisher noch nicht geklärt. Ohne ein entsprechendes Abkommen zwischen der EU und Großbritannien drohen etwa neue Zölle. Seit 2012 rangierte Großbritannien bisher als Sachsens drittwichtigstes Exportland - nach China und den USA. Laut VSW sind in Sachsen zwei von fünf Industriearbeitsplätzen direkt vom Export abhängig. "Deshalb sind die Risiken von Handelsstreitigkeiten auch entsprechend groß für unsere Wirtschaft", so eine Sprecherin. Gerade in Zeiten, in denen die Unternehmen mit den Auswirkungen der Corona-Krise, Strukturwandel und einem Wirtschaftseinbruch kämpften, hätte ein No-Deal-Brexit einschneidende wirtschaftliche Folgen. Deshalb müsse eine enge wirtschaftliche Bindung der EU an Großbritannien angestrebt werden. Tschechien und Polen, aber auch die Niederlande, Österreich und die Schweiz spielten für Deutschland und Sachsen eine zunehmend wichtigere Rolle. Man erlebe handelsmäßig eine Neusortierung der Welt.