Senorics

Die Chinesen wollen ihren Kühlschränken und Waschmaschinen 2020 Augen verleihen. Der Haushaltsgeräte-Konzern Haier Cosmoplat aus Qingdao hat deshalb nun mit der Die TU-Dresden-Ausgründung Senorics einen Vertrag geschlossen. Demnach bekommen die Chinesen Zugriff auf die neuartigen Dresdner Infrarot-Spektrometer-Sensoren, die durch bloße Betrachtung zum Beispiel herausfinden können, aus welchem Material ein T-Shirt gestrickt ist, wie ein Bier gebraut wurde oder ob eine Supermarkt-Pizza womöglich schon verdorben ist. Beide Unternehmen wollen nun gemeinsam ausloten, für welche Haushaltsgeräte sich diese Fernanalyse-Chips besonders eignen und dann diese Technik in China und Europa auf den Markt bringen.

Gerade auf dem chinesischen Markt sei Technologie Made in Germany stark nachgefragt, betonte Robert Langer, der bei Senorics für die Geschäftsentwickelung zuständig ist. Zudem sind die chinesischen Konsumenten bekannt dafür, neueste Technologien sehr schnell auszuprobieren und anzunehmen, wenn sie einen Mehrwert für ihren Alltag darin erkennen. Denkbar sind beispielsweise die automatische Fleckerkennung und eine darauf abgestimmte Waschprogramm-Auswahl für Waschmaschinen. Staubsaugerroboter könnten das Bodenmaterial und den Grad der Verschmutzung selbst analysieren und ihr Tun darauf abstimmen. Durch eine sensorgestützte Textilerkennung ließe sich auch die Hitze von Bügeleisen automatisch anpassen.

Die Sensorics-Sensoren bestehen letztlich aus organischer Elektronik, die infrarotes Licht aussenden und auch wieder auffangen und analysieren kann. Bestrahlt solch ein Sensor eine Probe – etwa eine Speise, ein Getränk oder ein Hemd – kann er aus dem zurückgestrahltem unsichtbaren Licht die Inhaltsstoffe herausbekommen. Letztlich handelt es sich um ein spektroskopisches Verfahren, wie es so ähnlich beispielsweise in Industrielaboren oder in der Astronomie schon lange eingesetzt wird, aber eben auf Chipgröße verkleinert. Entwickelt wurde diese Technologie, die stark an die Trikorder aus dem TV-Raumschiff Enterprise erinnert, im Institut für angewandte Physik der TU Dresden .2017 entstand aus dem Forschungsprojekt die Ausgründung Senorics. Der Partner auf chinesischer Seite ist der 1984 in Qingdao gegründete Konzern „Haier“, der laut eigenen Angaben „weltweiter Marktführer für Haushalts-Großgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke“ ist. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 78.000 Mitarbeitern an 122 Produktionsstätten.

Haier, Oiger, Senorics