Zahnarzt

Zahnarztbesuch in Zeiten der Corona-Pandemie

Kann ich mich beim Zahnarzt mit Corona anstecken ?

Die Hygienestandards in Zahnarztpraxen sind besonders hoch. Auch für Corona-Patienten gibt es eine Lösung.

Die Angst geht wieder um in Sachsens Zahnarztpraxen – auch unter Zahnärzten. „Kürzlich war ein Patient bei uns, der trotz heftiger Schmerzen nicht von seinem Zahnarzt behandelt wurde. Ein klarer Fall von unterlassener Hilfeleistung“, berichtet Mareen Hoch, Managerin einer Praxis in Kamenz. Was sie aber mindestens genauso erregt: Der Patient musste für die Akutbehandlung fast 100 Kilometer mit dem Auto zurücklegen. In seiner Not hatte er sich an die Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen (KZVS) gewandt. Die vermittelte ihn an die Praxis von Dr. Hoch – eine von sechs Corona-Schwerpunktpraxen im Freistaat und die einzige in Ostsachsen.

Ein Einzelfall ? Von einer Verunsicherung, wie im Frühjahr, sei noch nichts zu spüren, sagt Dr. Thomas Breyer, Präsident der Sächsischen Landeszahnärztekammer. Während der ersten Corona-Welle machten Zahnarztpraxen reihenweise dicht – entweder aus eigener Furcht oder weil ängstliche Patienten sich nicht mehr zum Arzt trauten. „Damals waren es besonders die Älteren, die Termine absagten“, erinnert sich Breyer, der selbst eine Praxis in Meißen betreibt.

Niemand muss auf den Zahnarzt verzichten

Auch die Zahnärzte hätten erst lernen müssen, mit dem Virus umzugehen, sagt Breyer. „Dazu kam der Mangel an Schutzausrüstung und das Gefühl, von der Politik stiefmütterlich behandelt zu werden.“ Rettungsschirme, wie sie für bestimmte Gesundheitsberufe gespannt wurden, gab es für Zahnärzte zunächst nicht.

Nun, ein halbes Jahr später, sei die Situation eine andere. „Das Hygienekonzept in den Praxen funktioniert“, sagt Dr. Holger Weißig, Vorstandsvorsitzender der KZVS. Man habe die bisher schon hohen Hygienestandards nochmals erhöht und die Patientenfrequenz entzerrt, ein Lüftungskonzept installiert und achte auch auf das vorgeschriebene Regime beim Mund-Nasen-Schutz in den Praxen.

„Kein Patient muss wegen Corona auf den Zahnarztbesuch verzichten. Im Gegenteil – zum Erhalt des Bonus, der ja gerade erhöht wurde, ist die Gebisskontrolle noch in diesem Jahr wichtig, sagt Breyer. Auch geplante Behandlungen sollten durchgeführt werden, um eine Verschlechterung oder gar Schmerzen zu verhindern.

Zwei getrennte Bereiche

Für Patienten, die unter akuten Zahnschmerzen leiden und bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde, gibt es in Sachsen sechs Schwerpunktpraxen. Die KZVS rät, dass sich diese Patienten zunächst telefonisch an ihren Hauszahnarzt wenden sollten. Dieser setzt sich dann mit der KZVS in Verbindung und vermittelt einen Termin in der nächstgelegenen Spezialpraxis. „Diese Praxen sind mit geeigneter Schutzausrüstung ausgestattet“, erklärt Weißig. Bis Ende September seien insgesamt 30 Patienten in den Spezialpraxen behandelt worden.

Diese Zahl dürfte im Oktober deutlich gestiegen sein. Allein der Dresdner Zahnarzt Dr. Conrad Kühnöl hat in den vergangenen beiden Wochen sieben Corona-Patienten behandelt. In den Monaten zuvor waren es gerade mal drei. Kühnöl hatte dafür seine Praxis in zwei Bereiche getrennt, damit Corona-Patienten nicht mit anderen Patienten in Kontakt kommen. In der sogenannten Corona-Zone arbeiten alle Mitarbeiter in Schutzanzügen. Die benutzten Instrumente werden in einem Reinstraum desinfiziert, wie ihn sonst nur hochgerüstete Labore vorweisen können.

Was tun bei Zahnschmerzen ?

  • Wer positiv auf Corona getestet wurde, ruft seinen Hauszahnarzt an. Dieser vermittelt mithilfe der KZVS einen Termin in der nächstgelegen Corona-Spezialpraxis (u. a. in Dresden, Kamenz, Chemnitz und im Vogtland).

  • Wer Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte beziehungsweise wer erkältet und unsicher ist, ob er sich mit Corona angesteckt hat, ruft seinen Hauszahnarzt an und bespricht das weitere Vorgehen.

  • Alle anderen Patienten sollten ebenfalls vor dem Besuch ihre Zahnarztpraxis anrufen und die Behandlung besprechen.

www.zahnaerzte-in-sachsen.de/patienten